Energieeinsparverordnung 2016: Was müssen Hausbesitzer beachten?

Die EnEV 2016 reguliert Anforderungen und Änderungen für Immobilienbesitzer

Das größte energetische Einsparpotenzial liegt im Gebäudebestand: In Deutschlands Heizkellern qualmen Kessel mit einem Durchschnittsalter von 17,6 Jahren vor sich hin. Das heißt, dass viele Kessel sogar deutlich älter als 20 Jahre sind. Entsprechend schlecht steht es häufig um die Energieeffizienz dieser Gebäude. Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) will die deutsche Klimapolitik bis zum Jahr 2050 einen „klimaneutralen Gebäudebestand“ erreichen.

Die Verordnung gilt für Wohngebäude, Nichtwohnbau (Bürogebäude) und einige Betriebsgebäude und definiert Anforderungen an die energetische Qualität von Neubauten. Sie begrenzt den Jahres-Primärenergiebedarf und den Wärmeverlust der Gebäudehülle. Damit schreibt sie Bauherren vor, wie hoch der Betriebsenergiebedarf des Gebäudes höchstens sein darf. Das schließt bestimmte Anforderungen an Dämmung und Wärmeschutz dieser Neubauten mit ein.

Anforderungen der EnEV für Bauherren von Wohn- und Nichtwohnbau

Ob EnEV 2013, EnEV 2014 oder EnEV 2016 – die aktuell gültige Verordnung wird unterschiedlich bezeichnet, aber alle genannten Titel beziehen sich auf dieselbe Version der Regelung. Als inhaltliche Grundlage des aktuellen Beschlusses diente die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2010/31/EU). Die neugefasste Europäische Gebäuderichtlinie 2010 fordert, dass die Mitgliedsstaaten gewährleisten, dass ab dem Jahr 2021 alle privatwirtschaftlichen Neubauten und ab dem Jahr 2019 alle neu erbauten öffentlichen Nichtwohngebäude als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden. Wer also heute plant und baut, muss neben der EnEV auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) berücksichtigen. Das so genannte „Effizienzhaus“ ist ein Begriff, der von der KfW geprägt wurde, um Gebäude zu beschreiben, die die o.g. Anforderungen vollumfänglich erfüllen. Wer nur eine umfassende Sanierung anstrebt, verpflichtet sich nicht zur Einhaltung der Verordnung.

Zu den wichtigsten Änderungen der EnEV 2016 gegenüber den Vorgängerversionen dieser Verordnung zählen folgende Vorgaben:

• Heizkessel dürfen nach ihrem 30. Geburtstag nicht mehr weiter betrieben werden. Davon ausgenommen sind unter anderem Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie Ein- und Zweifamilienhäuser, die am 2. Februar 2002 von ihrem derzeitigen Eigentümer selbst bewohnt werden. • Eigentümer von Bestandsgebäuden müssen unter bestimmten Voraussetzungen die oberste Geschossdecken dämmen, Heizungsanlagen mit Raumtemperaturreglern ausstatten.

• Bei Neubauten gelten seit dem 1. Januar 2016 um 25 Prozent schärfere Anforderungen – auch „Gebäuderichtlinien - an den Primärenergiebedarf. Zusätzlich gelten für Nichtwohngebäude seit demselben Zeitpunkt um 20 Prozent strengere bauteilbezogene Höchstwerte für den Wärmedurchgangskoeffizienten.

• Bei den Anforderungen für die Sanierung von Gebäuden ändert sich nichts.

• Die Bundesländer sind verpflichtet, Stichprobenkontrollen der Energieausweise, der Einhaltung der EnEV-Neubauanforderungen und des EEWärmeg (Erneuerbare Energien Wärmegesetz) durchzuführen.

Bedeuten gleiche Anforderungen Vergleichbarkeit?

Der Energieausweis ist ein Instrument, das den energetischen Zustand von Gebäuden vergleichbar machen soll. Dieses Ziel erreicht der Ausweis in der Praxis nur bedingt. Die dokumentierten Werte lassen nämlich keinen direkten Rückschluss auf die zu erwartenden Energiekosten, den tatsächlichen Energieverbrauch und damit auf die Energieeffizienz zu, weil zu viele Faktoren darauf einwirken, die in dem Ausweis nicht abgebildet werden. Die wichtigsten Änderungen zum Energieausweis sind:

• Der Bandtacho wurde mit Effizienzklassen neu skaliert.

• Vermieter und Immobilienverkäufer sind verpflichtet, ihn den Interessenten vorzulegen.

• Bei Immobilienanzeigen sind Angaben zur Energieeffizienz verpflichtend. Ausnahme: Liegt zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltung in kommerziellen Medien kein gültiger Energieausweis vor, dann müssen die Angaben nicht in der Anzeige aufgeführt sein. Spätestens beim Besichtigungstermin muss ein gültiger Ausweis vorgelegt und nach Vertragsabschluss übergeben werden.

• Verantwortlich für die Einhaltung der Pflichtangaben ist der Verkäufer oder der Vermieter verantwortlich. Diese sind bei Wohngebäuden:

• die Art des Energieausweises: Handelt es sich um einen Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis?

• der Endenergiebedarfs- oder Endenergieverbrauchswert für das Gebäude

• die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes,

• das Baujahr und • die Energieeffizienzklasse.

• Wer geben die EnEV verstößt muss mit bis zu 50.000 € Bußgeld rechnen.

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